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Arne Poeck: Fragen nach dem Ende

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

(…)

Also:

Mein endlich Los macht Halt.
Ich – nicht ich-los, denke ich,
also bin ich noch,
doch:
Wer und was war und bin ich?
Wer und was war und ist „Ich“?
Was von mir bin ich los?
Was ist los?

Was wich vom Ich?
Was bleibt – endlos?
Was ist ewig ich?

(…)

Gunnar Schroeder: Kein Ton

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

(…)

Wenn du mich jetzt hörst gib mir ein Zeichen

Mach dass sich hier irgendwas bewegt

Schon ein kurzer Lichtschein würde reichen

Ich möchte doch nur wissen dass es dir dort besser geht

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Bjoern Hoegsdal: Tot sein

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

Es klingelt, ich öffne – vor der Tür steht in dunkler Kutte der Sensenmann. Er sieht eigentlich genauso aus, wie man das von Bildern kennt – bis auf die dunkle Sonnenbrille und die gelben Neonhosenträger. „Ja bitte?“, frage ich, er tippt mir an die Stirn, sagt: „Du bist!“, und dann bin ich tot. Ziemlich albern für den Tod – denke ich noch, dann riecht es nach Schwefel und mein Lebensfilm läuft ab.

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Frau H.: Nach dem Tod

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

Nach dem Tod bin ich für niemanden auf der Welt mehr wichtig. Ist mir niemand mehr wichtig. Weil ich nichts mehr merke und nicht mehr bin. Läuft alles so weiter wie immer. Nichts verändert sich, nur weil ich nicht mehr bin. Das finde ich ganz schön doof. Auf der anderen Seite – wär’ ja auch ganz schön vermessen, wenn ich erwarten würde, dass es anders wäre. So wichtig bin ich ja nun leider auch nicht. Aber vielleicht ist da ja doch noch mehr. Wär’ ja schön.

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Helfi: Zwiegespalten

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

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Was für ein Anblick! Nichts als einen geöffneten Bademantel tragend sitze ich auf einem Riesenberg von Stuhl, auf meinem Haupte sitzt keck zur Seite geneigt eine Burger-King-Krone, in meiner rechten Hand halte ich – zeptergleich – die Fernbedienung für die Heimkino-Kack-Anlage, es läuft in einer Dauerschleife Sissi oder irgendwas Groteskes und in meiner linken Hand halte ich einen Zettel mit der Aufschrift: „Verbrennt mich!“ König Kacke. Großartig. Den Scheiterhaufen hat er sich gleich selbst gemacht. Wie selbstlos.

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Frank Kloetgen: Zuvor aber

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

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Dein selbstausgebrütet-behütetes Leiden

sich brunftig am eigenen Unheil zu weiden

ist lebensmüder, trüber Stuss!

 

Denn Zeit, die bleibt, ist Überfluss

Ob ein Tag, ob ein Jahr – ist doch letztendlich schnurz!

Wenn du jetzt nicht beginnst, ist sie immer zu kurz

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Dominik Bartels: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

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Mein Opa lächelte sanft und drückte mir den Arm.

„Und, Junge, versprich mir eins: So lange du lebst und so oft du auch auf dieser Klippe stehst, fange immer wieder an zu schwimmen! Versprichst du mir das?“

Ich nickte mehrfach, während meine Tränen auf die Bettdecke kullerten.

„Gut, mein Junge, sehr gut.“ Der alte Mann sah mich ein letztes Mal an und zwinkerte mir zu.

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Matti Seydel: 24 Stunden

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

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Ich wollte immer schon wissen, wie es wäre, moralisch einfach mal falsch zu handeln. Ich habe es nie getan aus Angst vor den Sanktionen, die mir unsere Gesellschaft auferlegt hätte. Aber ist es tatsächlich besser, nie etwas falsch gemacht zu haben? Ich wusste, dass das Vermeiden von Schmerzen wohl allen zugute käme, aber woher kommt dann das Böse auf dieser Welt? Muss es nicht eine Genugtuung mit sich bringen, böse und zerstörerische Dinge zu tun?

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Joern Saul: Wenn morgen alles vorbei waere

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

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Könnte ich in dem Augenblick,

kurz bevor alles vorbei ist,

Klavier spielen,

ich würde es dann tun.

Und …

ich würde sicherlich ein Liebeslied spielen.

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Thomas P. Langkau: Klick

Mai 2, 2012   //   by thomas   //   Texte  //  No Comments

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„Aha. Und was, bitte schön, ist Gottes Lesart von Gerechtigkeit?“

„Es gibt keine Gerechtigkeit. Aber es gibt nicht deswegen keine Gerechtigkeit, weil irgendjemand ungerecht ist, sondern weil es Gerechtigkeit einfach nicht gibt. Gerechtigkeit ist eine Erfindung. Ein Fake! Die Lösung lautet: Jeder Mensch ist gut. Wenn es nach menschlichem Ermessen gerecht zuginge, wäre dieser Freizeitpark leer. Und die Hölle voll. So einfach.“

„So einfach?“ Ich fasse es nicht.

„So einfach“, sagt Olli.

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